Storyline von Szenario A:
„Die flexible, virtualisierte Arbeitnehmerin“

Für Frau A. beginnt heute der erste Arbeitstag in einem Medizintechnik-Unternehmen. Zu ihren neuen Aufgaben als Software-Ingenieurin gehören die Entwicklung und Integration neuer Softwarekomponenten, die inzwischen den wichtigsten Teil der Produkte des Unternehmens bilden.

Nachdem sie allen Mitarbeitern ihrer neuen Abteilung vorgestellt wurde, wird sie von einem Mitarbeiter des IT-Service-Teams in die Bedienung des unternehmensweiten intelligen­ten Authentifizierungssystems und die automatisierte Dokumentenverwaltung ihres Arbeits­platzes eingewiesen. Der Kollege zeigt ihr darüber hinaus das Videokonferenzsystem und die Software zur computergestützten Projektkoordination. Nach der Einstellung ihrer persönlichen Präferenzen, ist das intelligente Büro fertig konfiguriert.

Bei ihrer künftigen Arbeit wird sie von der ultra-schnellen Internet-Anbindung ihres Arbeitsplatzes profitieren, die Echtzeitsimu­lationen der von ihr erstellten Software und die Online-Diskussion notweniger Änderungen aller Projektteilnehmer an weltweit verteilten Standorten ermöglicht.

In der Mittagspause erzählt sie ihren neuen Kollegen von ihrem bisherigen Arbeitsplatz in ei­nem Maschinenbauunternehmen, das seine Produktion aus Kostengründen ins Ausland verla­gert hat, um Arbeitskosten einzusparen und um die strengen Umweltschutzauflagen in Baden-Württemberg zu umgehen. Die Verlagerung hätte für Frau A. bedeutet, dass sie in Zukunft sehr viel hätte reisen müssen, um ihre Aufgaben am neuen Unternehmensstandort wahrnehmen zu können. Denn das Unternehmen wollte sich nicht auf den Einsatz von IKT- und Videokonfe­renzsystemen verlassen. Dagegen hat sie in ihrer neuen Stelle nun die Möglichkeit, Meetings mit ihren ausländischen Partnern virtuell abzuhalten und sogar große Teile ihrer Arbeit von zuhause aus zu erledigen.

In der Diskussion am Mittagstisch besteht seltene Einigkeit: Produk­tionsverlagerungen wie die der ehemaligen Firma von Frau A. sind in der Summe für Baden-Württemberg als Industriestandort zwar nicht problematisch, da meist Entwicklung und Pla­nung weiterhin im Land verbleiben und dadurch neue Kundenkreise erschlossen werden. Eine hitzige Diskussion entsteht aber über die Frage, inwiefern die strengen Umweltauflagen diesen Trend begünstigen und letztlich doch zu einer Schwächung der einheimischen Industrie führen.

Zurück an ihrem Arbeitsplatz meldet sich Frau A. zu einem E-Learning-Kurs des Weiterbil­dungsmoduls „Grundlagen der Medizintechnik“ an. Eigentlich wollte sie einen Kurs zur Funk­tionsweise und zum Einsatz von Computertomographen belegen, dies wird jedoch noch nicht angeboten. Die Inhalte, die von der örtlichen Universität kostengünstig und weltweit angeboten werden, sind nur teilweise an den speziellen Bedarf von Unternehmen und öffentlichen Arbeit­gebern angepasst. Tatsächlich funktioniert der Wissenstransfer durch Bildungsangebote zwi­schen Universitäten und der Wirtschaft noch nicht richtig. Trotzdem empfindet Frau A. das Weiterbildungsangebot als Bereicherung für ihr berufliches Leben.

Frau A. ist generell gegenüber neuen Informations- und Kommunikationstechnologien positiv eingestellt und hat eine ausge­prägte Karriereorientierung. Damit gehört sie einer Gruppe hochqualifizierter Arbeitnehmerin­nen und Arbeitnehmer an, die sich von der Gruppe der eher skeptischen Nutzer unterscheidet, der z.B. ihre Schwester angehört. Diese nutzt zwar IKT und neue vernetzte Dienste gerne für Unterhaltungszwecke. Allerdings kann sie sich nicht besonders für die technische Funktions­weisen und neue Einsatzmöglichkeiten im beruflichen Umfeld begeistern.