Meinung zum Umweltbonus für Elektroautos

Vor kurzem hat die Bundesregierung beschlossen einen Bonus für Elektroautos zu geben. Dieser beträgt 4.000 Euro für reine Elektroautos und 3.000 Euro für Plugin Hybrid-Autos. Mit diesem Bonus möchte man den Verkauf von Elektroautos in Deutschland ankurbeln. Meine Meinung zu diesem Umweltbonus für Elektroautos findest du in diesem Artikel.

Die Bundesregierung hatte sich zum Ziel gesetzt bis zum Jahr 2020 insgesamt 1 Mio. Elektroautos in Deutschland zu haben. Von diesem Ziel ist man allerdings noch weit entfernt. Bisher gibt es gerade mal rund 25.000 Elektroautos auf deutschen Straßen.

Um das Ziel von 1 Mio. Elektroautos zu erreichen müsste man also noch knapp 975.000 Elektroautos innerhalb der nächsten 3 1/2 Jahre verkaufen. Pro Tag müssten also rund 750 Elektroautos verkauft werden, um dieses Ziel noch zu erreichen.

Die Realität sieht leider ganz anders aus. Im Juni 2016 wurden insgesamt 833 Elektroautos neu angemeldet, was schon ein sehr guter Wert ist und sicherlich auch dem Umweltbonus geschuldet ist. Denn viele Käufer hatten mit ihrem Kauf eines Elektroautos gewartet.

Man muss jetzt natürlich erst mal abwarten, wie sich die Verkäufe weiter entwickeln. Es ist davon auszugehen, dass der Umweltbonus für Elektroautos mit Sicherheit die Verkäufe weiter ankurbeln wird. Allerdings ist die Entwicklung auch vor dem Umweltbonus schon innerhalb der letzten Jahre positiv verlaufen.

Doch so viel wie derzeitig im Monat verkauft werden, müssten täglich verkauft werden, um das Ziel von 1 Mio. Elektroautos noch zu erreichen.

Die 4.000 Euro Umweltbonus, die man jetzt als Käufer bekommt, sind aus meiner Sicht zwar ganz nett, aber sie können mich leider nicht dazu bewegen mir ein Elektroauto zu kaufen. Und das, obwohl ich ein großer Fan der Elektroautos bin und mir gern eines kaufen würde! Ich lese fast täglich entsprechende Online-Magazine für Elektromobilität und das schon seit Jahren.

Ich habe lange auf so einen Bonus für Elektroautos gehofft, wie es ihn auch schon in anderen Ländern gibt und dort sehr erfolgreich genutzt wird.

Musterbeispiel ist hier mit Sicherheit Norwegen. Der Anteil an Elektroautos in Norwegen beträgt mittlerweile über 22 Prozent. Der Grund ist auch die gute Förderung durch den Staat. Man darf als Elektroauto-Fahrer in Norwegen Busspuren nutzen, muss keine Parkgebühr oder Autobahngebühren zahlen, die KFZ-Steuer und die Zulassungsgebühren entfallen und man kann sein Elektroauto sogar an vielen Ladesäulen kostenlos laden.

Jetzt hat Norwegen sogar beschlossen, dass ab 2025 nur noch Elektroautos dort zugelassen werden dürfen. Gleichzeitig will man auch die öffentliche Infrastruktur für Fahrradfahrer massiv ausbauen. Wenn man bedenkt, dass Norwegen ein erdölreiches Land ist und das eigentlich aus dem Grund gar nicht nötig hätte, ist das umso beeindruckender.

Schade, dass man hier in Deutschland das scheinbar noch nicht so sieht. Es wandelt sich zwar langsam etwas, aber meiner Meinung nach noch viel zu langsam. Es müsste noch viel mehr in dieser Richtung passieren.

Die 4.000 Euro Umweltbonus für Elektroautos, die es jetzt gibt, sind nicht wirklich förderlich dafür. Sie sind höchstens ganz nett, wenn man sich sowieso schon ein Elektroauto aktuell kaufen will. Dann ist die kleine Ersparnis ganz nett. Doch die meisten Elektroautos sind relativ hochpreisig. Ein Elektroauto, welches 35.000 Euro kostet, wie der BMW i3 in der Basis-Ausstattung, kostet so „nur“ noch 31.000 Euro. Das ist meiner Meinung nach immer noch viel zu teuer!

So ist der Umweltbonus für Elektroautos eigentlich nur für Leute attraktiv, die sich eben schon ein Elektroauto kaufen wollten und so noch etwas sparen oder die, die ihren Kauf nun aufgrund der Förderung vorziehen.

Ich wollte mir eigentlich schon vor Jahren ein Elektroauto kaufen, musste mir dann aber aufgrund Mangel an Alternativen doch ein normales Auto mit Verbrennungsmotor kaufen. Das fahre ich auch heute noch.

Doch lese ich mir fast täglich seit Jahren die Elektroauto-Neuigkeiten nur durch, mit dem Wunsch mir irgendwann mal so ein Elektroauto zu kaufen. Ein Tesla Model S kann ich mir leider nicht leisten. Und selbst das jetzt angekündigte Model 3 ist mit 35.000 Euro aus meiner Sicht noch ziemlich teuer. Das muss man sich auch erst einmal leisten können.

Allerdings hapert es noch an einigen anderen Dingen. Zum einen sind die Elektroautos aktuell noch einfach viel zu teuer. Da bringen mir auch 4.000 Euro Preisermäßigung nichts. Es hätten schon mindestens 7.500 bis 10.000 Euro sein müssen, damit sich das Ganze lohnt. So wäre man in Preisregionen gekommen, die man auch bei Autos mit Verbrennungsmotor hat.

Aber die 4.000 Euro bewegen mich nicht dazu, mir jetzt ein Elektroauto zu kaufen. Und ich frage mich dann immer, wenn mich der Bonus für Elektroautos schon nicht dazu bewegen kann, wen denn dann?

Es fehlt einfach auch ein Infrastruktur für Elektroautos. Eigentlich müsste an jeder Ecke eine Ladesäule stehen, besser noch an jedem Parkplatz. Wenn jeder irgendwann mal ein Elektroauto fahren soll, dann braucht man einfach auch überall die Möglichkeit sein Auto laden zu können.

Das ist ein kleiner Teufelskreis. Denn ich kann mir vorstellen, dass viele Interesse hätten sich so ein Auto zu kaufen, aber einfach nicht die Möglichkeit hätten, es entsprechend zu laden.

Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, der hat in den meisten Fällen gar nicht die Möglichkeit sein Elektroauto zu laden. Attraktiv sind Elektroautos derzeitig insofern eigentlich nur für Eigenheimbesitzer, die ihr Elektroauto auf ihrem Grundstück an der eigenen Steckdose über Nacht laden können.

Wie ist eure Meinung dazu? Würdet ihr euch ein Elektroauto kaufen? Und sind die 4.000 Euro Bonus ein Anreiz es jetzt oder in der nächsten Zeit zu tun? Über eure Meinung würde ich mich freuen.

Ein Kommentar

  1. Kate said:

    Hallo, das ist vollkommen richtig, was du da schreibst. Den 4.000 Euro möchte ich jetzt nicht so stark Beachtung schenken. Wesentlicher ist die geringe Reichweite dieser Autos, die dann natürlich durch die mangelnde Infrastruktur zu einem echten Problem wird. Man will sich gar nicht vorstellen, wie das wohl so ist, mitten in der Innenstadt, da bleibt es stehen, das teure Fahrzeug. Das ist vergleichbar mit anderen Szenarien, z.B. wenn ich irgendwo in der Einöde bin und es keine Tankstelle gibt. Obwohl man ja in der Innenstadt eigentlich mit allen Gütern versorgt werden könnte. Wirklich, das ist skurril und ich kann es mir sehr schwer vorstellen, wie ich dann mit meiner leeren Batterie, sofern sie ausbaufähig ist, von Tür zu Tür laufe und nach Strom frage.

    31. Oktober 2016
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